20. Februar 2017 / Redaktion / 0 Comments
Speziell im Bereich der Fertigung hochsensibler Medizinprodukte muss alles blitzsauber und ordentlich sein. Kaum sonst wo, kann Qualitätssicherung sprichwörtlich Leben retten. Genauigkeit minimiert das Risiko von Rückständen erheblich. Mit moderner CO2 Schneestrahlreinigung gibt es hier eine weitere Möglichkeit.
Schnee mitten im Sommer? Wenn es nach der neusten Untersuchung der Universität Tübingen geht, dann ist das die Zukunft der automatisierten Reinigung. Hier untersuchte man jüngst in einer Studie die Reinigungswirkung der so genannten Schneestrahlreinigung mit Hilfe von CO2. Die soll vor allem bei der Herstellung von medizinischen Produkten Verwendung finden, wenn es beispielsweise um die Fertigung von OP-Besteck oder Implantaten geht. In diesem Segment ist Sauberkeit so wichtig wie nirgendwo sonst. Doch trotz größter Hygienemaßstäbe bleiben oft kleinste Partikel, Trennmittel oder Grate an den Produkten haften. Diese gilt es sicher und rückstandslos zu entfernen und zwar so vorsichtig, dass dabei die Oberflächen und Eigenschaften der sensiblen Produkte bestehen bleiben und nicht geschädigt werden.
Schneestrahlenreinigung für besonders sensible Produkte geeignete
Eine Herausforderung für gängige Reinigungsmethoden auf Wasserbasis, nicht aber für die CO2 Schneestrahlreinigungs-Methode. Dabei kommt flüssiges Kohlendioxid zum Einsatz am Werkstoff. Es wird mittels Tank dem Reinigungssystem zugeführt und dann per Düse eingespeist. Durch Druckluft entsteht ein Schnee/Gas-Gemisch, dem die Entwicklung ihren unverwechselbaren Namen verdankt. Dabei erreicht die Geschwindigkeit des Aufbringens den Überschall und arbeitet doch ungeahnt schonend. Die Effekte die sich auf die Oberfläche auswirken sind dabei mechanisch, thermisch und sublimierend in einem.
Traditionelle Reinigungsmethoden zuerst
Die Wissenschaftler der Universität Tübingen konnten nachweisen, dass dabei die beste Reinigungswirkung erzielt wird, wenn zunächst auf traditionelle Art und Weise das Produkt gereinigt wird, und abschließend noch einmal das Kohlendioxid zum Einsatz kommt.
9. Februar 2017 / Redaktion / 0 Comments
Die Messtechnik mit Blick auf das Schlagwort Industrie 4.0 steht vor ganz neuen Aufgaben und Herausforderungen. Es ist interessant zu lesen, wie die Qualitätssicherungsexpertin Professorin Gisela Lanza die veränderte Rolle dieser Technologie einschätzt.
Professorin Gisela Lanza gilt eine Koryphäe auf ihrem Gebiet. Sie unter anderem beim Automobilkonzern Daimler tätig, ist Inhaberin des Lehrstuhls für Produktionssysteme und Qualitätsmanagement des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und Institutsleiterin am Institut für Produktionstechnik (wbk). Erfahrung genug also, sich einmal mit der Rolle der neusten Messtechnik auseinanderzusetzen.
Die Anforderungen steigen, da ist sich die Expertin sicher. So steht vor allem die Sensorik im Mittelpunkt der neue Aufgaben an die Messinstrumente. Diese sollen künftig in der Lage sein, den gesamten Prozess vom Anfang bis zum Ende zu dokumentieren und entsprechend auszuwerten. Bislang sind lediglich Stichproben möglich. Schon bald soll die Qualitätssicherung zu 100 Prozent gewährleistet sein. Alles eine Frage der Zeit.
Messtechnik: Mit Strategie zum Erfolg?
Adaptive Qualitätsregelstrategien wie zum Beispiel Pairing-Strategien sollen künftig wiederbelebt werden, um Prozesse flexibler zu gestalten und diese besser zu koordinieren. Dabei gilt es, alle Faktoren der Fertigung in die Bewertung einfließen zu lassen. Das stellt die Qualitätssicherer trotz vorhandener Technologien noch immer vor die große Aufgabe, all diese Prozesse nicht nur bewertbar, sondern auch bezahlbar zu machen. Alles darf keine Kosten verschleudern, muss übersichtlich bleiben und trotzdem dürfen keine Fehler passieren. Noch ist das die wohl größte Herausforderung an der ganzen Sache, doch keinesfalls eine Unlösbare, ist sich Lanza sicher.
Was es braucht ist eine Software-Struktur die auch riesige Datenmengen sicher und übersichtlich fassen und auswerten kann. Sensorennetzwerke sind als Grundlage gefragt, denn diese sind besser zu steuern als Einzelsensoren. Ob Industrie 4.0 dann sogar in Echtzeit funktioniert oder die Auswertungsprozesse doch länger dauern und umfangreicher sind als gewünscht, das muss und wird sich erst noch zeigen. Welche Rolle die Chinesen dabei spielen, auch dazu hat die Professorin eine interessante Meinung. Die Kollegen von Produktion hatten Gisela Lanza im Interview: Industrie 4.0 revolutioniert die Messtechnik