Gleitschleifen: Definition und Allgemeines
Viele Teile bearbeiten viele Teile. So lässt sich das Gleitschleifen ganz kurz und knapp erklären. In der Industrie bietet dieses Verfahren vielfältige Möglichkeiten, besonders zur Bearbeitung von Oberflächen bei Kleinteilen. Ähnlich wie die Kiesel sich im Fluss gegenseitig abschleifen, werden die Werkstücke von den Schleifmitteln in der Trommel bearbeitet.
Die Redensart „den letzten Schliff geben“ passt geradezu perfekt zur Thematik des Gleitschleifens. Denn sie bedeutet nichts anderes, als etwas mit den letzten Feinheiten zu perfektionieren. Und so ähnlich lässt sich das Gleitschleifen erklären. Der Vorgang zählt zur abschließenden Oberflächenbehandlung und gibt gefertigten Werkstücken quasi den letzten Schliff.
Rotation und Oszillation als Basis
Gleitschleifen funktioniert mit Hilfe von Rotation und Oszillation. Dazu werden die zu bearbeitenden Werkstücke (auch größere Mengen als Schüttgut) in den Behälter gegeben. Darin befinden sich Schleifkörper und Zusatzmittel. Sobald der Vorgang gestartet wird, geraten Werkstücke und Schleifkörper in Bewegung. Dadurch entsteht der gewünschte Abrieb, ähnlich dem Glattschleifen von Steinen im Meer.
Diese Aufgaben erfüllt das Gleitschleifen
Mit dem Gleitschleifen lassen sich auf einfache Weise Werkstücke abrunden, entgraten oder auch deren Oberflächen behandeln. Raue Kanten verschwinden, und Oberflächen erhalten die gewünschte Struktur. Selbst kleinste Werkstücke lassen sich auf diese Weise bearbeiten. Der Kunde entscheidet, wie stark der Abrieb oder wie rau die Oberfläche werden soll. Die Möglichkeiten sind geradezu unbegrenzt.
Gleitschleifen – ein Vorgang mit Geschichte
Das Gleitschleifen ist in Fachkreisen auch unter dem Begriff Trowalisieren bekannt. Er wurde durch Walther Trowal geprägt, der bereits Anfang der 30er Jahre das Gleitschleifen als Erster industriell einsetzte.
Der Vorgang wird vor allem für Werkstücke aus Metall eingesetzt. Aber auch Teile aus Kunststoff, aus Holz, Glas oder Steine lassen sich auf diese Weise bearbeiten. Die Natur macht es vor: das einfachste Beispiel sind Flusskiesel. Die Steine waren irgendwann einmal scharfkanig, da sSie von einem großen Stück abgebrochen sind. Durch das Treiben im Fluss und die Reibung an anderen Steinen glätten sich die Kanten und die schöne runde Kieselform entsteht. Das Prinzip ist kein anderes als das, was wir uns beim Gleitschleifen zu Nutze machen.