Rückrufe: Erst der VW-Skandal, jetzt auch Mängel bei Toyota

Die Rückrufaktionen der großen Automobilhersteller VW und Toyota haben in letzter Zeit für viel Diskussionsstoff gesorgt. Warum scheint es sich immer noch zu lohnen, auf billigste Komponenten zu setzen oder auf unlautere Methoden zurückzugreifen?

Ein angekratztes Image und Forderungen in Millionenhöhe sind die Folgen einer Fertigungsstrategie, die hauptsächlich auf große Gewinne ausgerichtet ist. Dass dadurch mit dem Vertrauen der Kunden geradezu fahrlässig gespielt wird, scheint manchem Automobilhersteller egal zu sein. Doch ist billig wirklich alles?

Verbraucher getäuscht und nichts dazu gelernt

Eigentlich könnte man sogar von einer arglistigen Täuschung sprechen, wenn man an den VW-Skandal denkt. Aber trotzdem setzen viele Automobilhersteller auf eine Fertigung, die vor allem von Billig-Komponenten und Täuschungen geprägt ist. Was bei VW die manipulierten Abgaswerte waren, sind bei Toyota die Fensterheber, die sogar eine echte Brandgefahr darstellen sollen. Die verwendeten Billig-Komponenten und die manipulierten Werte hatten zu groß angelegten Rückruf-Aktionen bei beiden Herstellern geführt.

Rechnung nicht aufgegangen

Durch die Rückruf-Aktionen sind Kosten entstanden, die eigentlich ein Umdenken bewirken sollten. Denn damit kann sich das Ganze nicht mehr rechnen. Die Rückrufe verschlingen Millionen und sorgen für einen schweren Image-Verlust. Verbraucher setzen auf hochwertige Fahrzeuge und können schlechte Qualität, die zudem ein Sicherheitsrisiko darstellt, nur schwer tolerieren. Insgesamt sind die finanziellen Schäden für beide Automobilhersteller kaum in Zahlen darzustellen.

Balance-Akt zwischen Kostenrechnung und Qualität

Die größte Herausforderung für alle Automobilhersteller besteht darin, dass sie ihre Produktion möglichst kostengünstig gestalten wollen, ohne dabei einen Qualitätsverlust hinnehmen zu müssen. Dies zu gewährleisten, ist ein großes Problem, da zum großen Teil auch die Zulieferer Qualitätsverluste herbeiführen. Eine verbesserte Qualitätskontrolle und kein „Sparen am falschen Ende“ sollten die Basis für die zukünftige Arbeit der Automobilbranche bilden.

Quelle: www.deutschlandradiokultur.de


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