Veränderungen der Messtechnik durch die Industrie 4.0
Die Messtechnik mit Blick auf das Schlagwort Industrie 4.0 steht vor ganz neuen Aufgaben und Herausforderungen. Es ist interessant zu lesen, wie die Qualitätssicherungsexpertin Professorin Gisela Lanza die veränderte Rolle dieser Technologie einschätzt.
Professorin Gisela Lanza gilt eine Koryphäe auf ihrem Gebiet. Sie unter anderem beim Automobilkonzern Daimler tätig, ist Inhaberin des Lehrstuhls für Produktionssysteme und Qualitätsmanagement des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und Institutsleiterin am Institut für Produktionstechnik (wbk). Erfahrung genug also, sich einmal mit der Rolle der neusten Messtechnik auseinanderzusetzen.
Die Anforderungen steigen, da ist sich die Expertin sicher. So steht vor allem die Sensorik im Mittelpunkt der neue Aufgaben an die Messinstrumente. Diese sollen künftig in der Lage sein, den gesamten Prozess vom Anfang bis zum Ende zu dokumentieren und entsprechend auszuwerten. Bislang sind lediglich Stichproben möglich. Schon bald soll die Qualitätssicherung zu 100 Prozent gewährleistet sein. Alles eine Frage der Zeit.
Messtechnik: Mit Strategie zum Erfolg?
Adaptive Qualitätsregelstrategien wie zum Beispiel Pairing-Strategien sollen künftig wiederbelebt werden, um Prozesse flexibler zu gestalten und diese besser zu koordinieren. Dabei gilt es, alle Faktoren der Fertigung in die Bewertung einfließen zu lassen. Das stellt die Qualitätssicherer trotz vorhandener Technologien noch immer vor die große Aufgabe, all diese Prozesse nicht nur bewertbar, sondern auch bezahlbar zu machen. Alles darf keine Kosten verschleudern, muss übersichtlich bleiben und trotzdem dürfen keine Fehler passieren. Noch ist das die wohl größte Herausforderung an der ganzen Sache, doch keinesfalls eine Unlösbare, ist sich Lanza sicher.
Was es braucht ist eine Software-Struktur die auch riesige Datenmengen sicher und übersichtlich fassen und auswerten kann. Sensorennetzwerke sind als Grundlage gefragt, denn diese sind besser zu steuern als Einzelsensoren. Ob Industrie 4.0 dann sogar in Echtzeit funktioniert oder die Auswertungsprozesse doch länger dauern und umfangreicher sind als gewünscht, das muss und wird sich erst noch zeigen. Welche Rolle die Chinesen dabei spielen, auch dazu hat die Professorin eine interessante Meinung. Die Kollegen von Produktion hatten Gisela Lanza im Interview: Industrie 4.0 revolutioniert die Messtechnik